Was kostet ein Gewerbespeicher?
Die Frage ist berechtigt, denn ein Batteriespeicher ist eine Investitionsentscheidung. Eine pauschale Zahl wäre trotzdem unseriös: Zwei Speicher mit gleicher Kapazität können sich im Preis deutlich unterscheiden, je nach Leistung, Technik, Standort und Anbindung. Was wir Ihnen geben können, sind belastbare Marktspannen und ein klares Bild davon, was den Preis bestimmt.
Orientierungswerte pro Kilowattstunde
Die folgenden Werte stammen aus öffentlich zugänglichen Marktübersichten und beziehen sich auf schlüsselfertige Systeme, also inklusive Wechselrichter, Gehäuse, Steuerung und Installation. Sie sind Marktspannen zur Orientierung, keine Angebote der Allkann GmbH.
Grundsätzlich gilt: Je größer das System, desto niedriger der Preis pro Kilowattstunde, weil sich Wechselrichter, Steuerung, Planung und Netzanschluss auf mehr Kapazität verteilen. Innerhalb einer Größenklasse entscheidet dann die konkrete Auslegung.
Beispielrechnung und Marktspannen aus öffentlichen Quellen, Stand 2026, Nettopreise. Die tatsächlichen Preise hängen von Zellpreisen, Wechselrichter, Kühlung, Gehäuse, Installation und Standort ab und können nach oben wie nach unten abweichen.
Was den Preis eines Gewerbespeichers bestimmt
Die Spannen oben sind breit, weil sieben Stellschrauben zusammenwirken. Wer sie kennt, kann Angebote besser vergleichen.
Kapazität
Die nutzbare Kapazität in Kilowattstunden ist der größte Kostenblock, weil sie direkt an den Zellpreis gekoppelt ist. Jede Kilowattstunde mehr kostet Geld, muss aber auch genutzt werden, um sich zu rechnen.
Leistung
Die Lade- und Entladeleistung in Kilowatt bestimmt die Größe von Wechselrichter und Anschlusstechnik. Für Lastspitzenkappung zählt Leistung mehr als Kapazität, entsprechend verschiebt sich der Preis.
Kühltechnik
Luftkühlung ist günstiger in der Anschaffung, Flüssigkühlung hält die Zelltemperatur gleichmäßiger und verlängert in der Regel die Lebensdauer. Bei hoher Zyklenzahl lohnt der Mehrpreis oft, bei geringer Nutzung eher nicht.
Container oder Rack
Ein Rack- oder Schranksystem im Gebäude spart das Gehäuse, braucht aber einen geeigneten Raum mit Brandschutz und Lüftung. Ein Container steht draußen, bringt Klimatisierung und Sicherheitstechnik mit und kostet entsprechend mehr.
Installation und Netzanbindung
Fundament, Kabelwege, Trafo-Kapazität und Zählerkonzept entscheiden oft über fünfstellige Beträge. Ob ein Trafo erweitert werden muss, zeigt sich erst bei der Prüfung des Netzanschlusses vor Ort.
Steuerung und Software
Ein Energiemanagementsystem, das Lastspitzen erkennt, Eigenverbrauch steuert und den Speicher für Marktstrom oder Regelenergie öffnet, kostet extra. Ohne diese Steuerung bleibt ein Teil des Ertragspotenzials ungenutzt.
Standort und Genehmigungen
Baurecht, Brandschutzkonzept, Abstandsflächen und die Anmeldung beim Netzbetreiber kosten Zeit und Planungsleistung. Ein Standort mit kurzen Wegen zur Niederspannungshauptverteilung spart auf beiden Seiten.
Ein Speicher rechnet sich nicht von selbst
Der Kaufpreis ist nur die eine Hälfte der Rechnung. Ob sich ein Speicher lohnt, entscheidet sich durch Nutzung und Auslegung. Vier Größen bestimmen den Ertrag:
Warum eine genaue Zahl nur individuell geht
Wir legen Speichersysteme technologieoffen aus, unter anderem von CLOU ESS und Mars Renewable, und beschaffen sie für unsere Kunden. Damit die Zahl am Ende belastbar ist, brauchen wir vorab vier bis fünf Dinge von Ihnen:
Lastgang
Die 15-Minuten-Werte Ihres Netzbetreibers, idealerweise über zwölf Monate. Daraus lesen wir Höhe, Dauer und Häufigkeit Ihrer Lastspitzen ab.
Verbrauchsprofil
Schichtmodell, Saisonverlauf, geplante Veränderungen wie neue Maschinen, Ladeinfrastruktur oder eine PV-Anlage.
Leistungspreis
Ihre aktuelle Netzabrechnung mit Leistungspreis in Euro pro Kilowatt und Jahr. Ohne diesen Wert lässt sich der Ertrag aus Lastspitzenkappung nicht berechnen.
Ziele
Geht es um Kostensenkung, Notstromversorgung, Eigenverbrauch oder eine Kombination? Das Ziel bestimmt, ob Leistung oder Kapazität im Vordergrund steht.
Unser eigener Speicher in Krauchenwies befindet sich derzeit in Bau: Allkann hat die Anlage ausgelegt und beschafft, die bauliche Errichtung übernimmt ein Partnerunternehmen. Diese Erfahrung aus dem eigenen Projekt fließt in jede Auslegung ein.
Häufige Fragen
Was kostet ein Gewerbespeicher mit 100 kWh?
Als Marktspanne liegen schlüsselfertige Systeme dieser Größe derzeit bei rund 600 bis 800 Euro pro Kilowattstunde, also etwa 60.000 bis 80.000 Euro netto. Der konkrete Preis hängt von Leistung, Kühltechnik, Aufstellort und Netzanbindung ab. Diese Werte stammen aus öffentlichen Marktübersichten und sind kein Angebot der Allkann GmbH.
Rechnet sich ein Speicher auch ohne Fotovoltaik?
Das kann der Fall sein, wenn der Betrieb ausgeprägte Lastspitzen hat und einen Leistungspreis zahlt. Der Speicher kappt dann die höchste Viertelstunde und senkt so die Netzkosten, unabhängig von einer PV-Anlage. Ob das im Einzelfall reicht, zeigt erst die Simulation am echten Lastgang.
Wie lange dauert die Umsetzung?
Von der ersten Analyse bis zur Inbetriebnahme ist erfahrungsgemäß mit mehreren Monaten zu rechnen. Die Dauer hängt vor allem von der Lieferzeit der Komponenten, der Anmeldung beim Netzbetreiber und eventuellen Genehmigungen ab. Einen verbindlichen Zeitplan erstellen wir erst, wenn Standort und Auslegung feststehen.
Was brauche ich für ein konkretes Angebot?
Den Lastgang in 15-Minuten-Werten über möglichst zwölf Monate, die letzten Netzabrechnungen mit Leistungspreis und Angaben zu Ihrem Betriebsablauf. Dazu kommen Ihre Ziele, etwa Kostensenkung, Notstrom oder Eigenverbrauch. Mit diesen Unterlagen können wir eine belastbare Auslegung und einen konkreten Preis erarbeiten.
Lassen Sie uns über Ihre Zahl sprechen
In einem kostenlosen Erstgespräch klären wir, welche Größenklasse zu Ihrem Betrieb passt und was wir für eine belastbare Kalkulation brauchen. Rufen Sie uns an unter +49 771 16280 500 oder nutzen Sie die Kontaktseite.