Was ein Lastgang verrät
Ein Lastgang ist die Aufzeichnung Ihres Stromverbrauchs über die Zeit, meist als Mittelwert der bezogenen Leistung je Viertelstunde. Über ein Jahr ergibt das rund 35.000 Datenpunkte. Ab einem Jahresverbrauch von 100.000 Kilowattstunden zeichnet der Netzbetreiber diese Werte ohnehin auf. Für viele Betriebe liegt damit die wichtigste Datenquelle für ihre Energieentscheidungen bereits vor, ohne dass jemand hineinschaut.
Was in den Viertelstundenwerten steckt
Ein Lastgang sieht zunächst aus wie eine lange Zahlenkolonne. Richtig aufbereitet zeigt er, wie Ihr Betrieb Strom tatsächlich nutzt, und zwar unabhängig davon, was Verträge oder Datenblätter behaupten.
Grundlast
Die Leistung, die Ihr Betrieb auch nachts und am Wochenende zieht. Sie zeigt, was durchläuft: Kühlung, Server, Lüftung, Standby. Eine hohe Grundlast ist oft der erste Hinweis auf vermeidbaren Verbrauch.
Spitzen
Die höchsten Viertelstunden des Jahres, mit Datum und Uhrzeit. Sie bestimmen den Leistungspreis und zeigen, wann mehrere Verbraucher zusammenfallen.
Tages- und Wochenmuster
Wann startet der Betrieb, wann ist Pause, wie sieht der Samstag aus? Das Muster zeigt, ob Verbrauch und Arbeitszeit zusammenpassen oder ob Anlagen weiterlaufen, wenn niemand mehr da ist.
Saisonverlauf
Kältebedarf im Sommer, Heizlast im Winter, Auftragsspitzen im Herbst. Ein Lastgang über zwölf Monate zeigt, welche Jahreszeit den Jahreshöchstwert setzt.
Auffälligkeiten
Verbrauch an Feiertagen, nächtliche Sprünge, Anlagen, die nach Schichtende weiterlaufen. Oft sind das die Punkte, an denen sich ohne Investition etwas ändern lässt.
Verhältnis von Spitze zu Grundlast
Je größer der Abstand, desto mehr Potenzial für Lastmanagement oder Speicher. Je gleichmäßiger das Profil, desto eher liegt der Hebel im Tarif.
Wofür der Lastgang die Basis ist
Fast jede Energieentscheidung im Gewerbe stützt sich auf dieselben Daten. Wer den Lastgang kennt, braucht keine Faustregeln.
- Analyse: Wir bereiten die Daten auf, kennzeichnen Grundlast, Spitzen und Muster und ordnen die Spitzen ihren Verursachern zu.
- Auslegung: Auf dieser Basis prüfen wir, welche Maßnahme passt: Tarif, Lastmanagement, Speicher, PV oder eine Kombination. Dimensioniert wird am echten Profil, nicht an Faustregeln.
- Wirtschaftlichkeitsbetrachtung: Investition, Betriebskosten und erwartbare Effekte stellen wir nachvollziehbar gegenüber, mit den Annahmen, die dahinterstehen. Zusagen zu Einsparungen machen wir nicht, offengelegte Rechnungen schon.
Was Sie dafür bereitstellen
Der Aufwand auf Ihrer Seite ist gering. Meist genügt eine E-Mail an den Netzbetreiber oder ein Blick in dessen Kundenportal.
- Er zeigt die Summe am Netzanschluss, nicht die einzelnen Verbraucher. Welche Anlage die Spitze verursacht, ergibt sich erst aus Ihrem Wissen über den Betrieb oder aus Untermessungen.
- Er zeigt die Vergangenheit. Neue Anlagen, andere Schichtmodelle oder ein zusätzlicher Standort stehen nicht darin und müssen als Annahmen ergänzt werden.
- Er sagt nichts über Preise. Ob sich eine Maßnahme rechnet, hängt vom Leistungspreis in Ihrem Netzgebiet, den Investitionskosten und Ihren Zielen ab.
- Ein einzelner Monat reicht nicht. Ein Lastgang aus dem Frühjahr sagt wenig über die Kältespitzen im Juli. Zwölf Monate sind die Regel, mit der wir rechnen.
Häufige Fragen
Was ist ein Lastgang?
Ein Lastgang ist die Aufzeichnung Ihres Strombezugs über die Zeit, meist als Mittelwert der Leistung je Viertelstunde. Über ein Jahr ergibt das rund 35.000 Datenpunkte. Ab einem Jahresverbrauch von 100.000 Kilowattstunden zeichnet der Netzbetreiber diese Werte ohnehin auf.
Woher bekomme ich meinen Lastgang?
Vom Netzbetreiber oder Messstellenbetreiber, meist auf Anfrage per E-Mail oder über dessen Kundenportal, als CSV- oder Excel-Datei. Wenn Sie die Daten nicht selbst anfordern möchten, holen wir sie mit Ihrer Vollmacht ein. Wichtig ist ein Zeitraum von möglichst zwölf zusammenhängenden Monaten.
Reicht ein einzelner Monat für die Analyse?
In der Regel nicht. Ein Lastgang aus dem Frühjahr sagt wenig über Kältespitzen im Juli oder die Heizlast im Januar. Für Tarifwahl, Leistungspreis und Speicherauslegung rechnen wir deshalb mit zwölf Monaten, damit die Jahreszeit sichtbar wird, die den Höchstwert setzt.
Was macht Allkann mit meinem Lastgang?
Wir bereiten die Daten auf, kennzeichnen Grundlast, Spitzen und Muster und ordnen die Spitzen ihren Verursachern zu. Darauf aufbauend prüfen wir, welche Maßnahme passt: Tarif, Lastmanagement, Speicher, PV oder eine Kombination. Die Wirtschaftlichkeit stellen wir mit offengelegten Annahmen gegenüber, ohne Zusagen zu Einsparungen.
Schicken Sie uns Ihren Lastgang
Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, welche Daten vorliegen, was wir daraus lesen können und ob eine vertiefte Analyse für Sie sinnvoll ist. Rufen Sie uns an unter +49 771 16280 500 oder schreiben Sie uns über die Kontaktseite.