Start · Batteriespeicher · Lastspitzenkappung
Peak Shaving für Gewerbe und Industrie

Lastspitzenkappung verstehen

Eine Lastspitze ist der Moment, in dem Ihr Betrieb kurzzeitig besonders viel Leistung aus dem Netz zieht: wenn morgens mehrere Maschinen gleichzeitig anlaufen oder Kälteanlage und Ladesäulen zusammenfallen. Diese Viertelstunden bestimmen einen großen Teil Ihrer Netzkosten, auch wenn sie nur wenige Male im Jahr auftreten.

Der Leistungspreis

Warum eine Viertelstunde ein Jahr lang kostet

Ab einem Jahresverbrauch von 100.000 Kilowattstunden misst der Netzbetreiber Ihre Leistung im 15-Minuten-Raster. Der Leistungspreis wird dann auf Basis der höchsten abgerufenen Leistung im Abrechnungszeitraum berechnet, meist im Kalenderjahr. Eine einzelne hohe Viertelstunde legt also den Wert fest, den Sie für zwölf Monate bezahlen.

Wie hoch dieser Preis ist, hängt vom Netzgebiet und von Ihrer Benutzungsstundenzahl ab. Als Marktspanne liegen die Leistungspreise regional etwa zwischen 60 und 200 Euro pro Kilowatt und Jahr. Den Wert für Ihren Standort finden Sie auf der Netzabrechnung oder im Preisblatt Ihres Netzbetreibers.

Beispielrechnung
Eine Spitze, ein Jahr
Ein Betrieb hat eine Grundlast von 200 Kilowatt. An wenigen Tagen im Jahr steigt die Leistung für eine Viertelstunde auf 300 Kilowatt. Bei einem angenommenen Leistungspreis von 120 Euro pro Kilowatt und Jahr kosten diese 100 Kilowatt Differenz 12.000 Euro, egal wie selten die Spitze auftritt.
100 kW
Spitze über Grundlast
12.000 €
pro Jahr im Beispiel

Vereinfachte Beispielrechnung mit angenommenen Werten. Ihr Leistungspreis und Ihre Lastspitzen weichen davon ab.

So funktioniert Peak Shaving

Der Speicher springt ein, bevor die Spitze das Netz erreicht

Das Prinzip ist einfach. Ein Batteriespeicher mit passender Steuerung beobachtet Ihren Netzbezug und greift ein, sobald eine festgelegte Grenze überschritten würde.

1

Messen

Die Steuerung liest Ihre Netzlast im Sekundentakt am Netzanschlusspunkt ab, also genau dort, wo auch der Netzbetreiber misst.

2

Erkennen

Nähert sich der Bezug der eingestellten Leistungsgrenze, erkennt das System die beginnende Spitze innerhalb der laufenden Viertelstunde.

3

Liefern

Der Speicher entlädt und deckt den Anteil oberhalb der Grenze aus der Batterie. Aus Sicht des Netzbetreibers bleibt Ihr Bezug flach.

4

Nachladen

Sinkt die Last wieder, lädt der Speicher in Zeiten niedriger Leistung nach und ist für die nächste Spitze bereit.

Ihr Betrieb merkt davon nichts, nur die Netzabrechnung sieht am Jahresende anders aus. Ist der Speicher entsprechend ausgelegt, kann er bei einem Netzausfall zusätzlich als Notstromquelle für kritische Verbraucher dienen.

Die zentrale Frage

Warum Faustregeln bei der Auslegung scheitern

Im Netz kursieren Formeln wie "Spitze minus Grundlast mal eine Stunde". Sie liefern eine Zahl, aber selten die richtige. Die nötige Kapazität und Leistung lassen sich nicht aus zwei Kennwerten ableiten, sondern nur aus einer Simulation Ihres echten Lastprofils über ein ganzes Jahr. Denn entscheidend ist nicht nur, wie hoch eine Spitze ist, sondern wie lange sie dauert, wie oft sie auftritt und wie viel Zeit zum Nachladen dazwischen bleibt.

Zu klein dimensioniert

Der Speicher deckt die ersten Spitzen, ist dann leer, und die nächste Spitze schlägt voll durch. Eine einzige nicht gekappte Viertelstunde setzt den Leistungspreis für das ganze Jahr.

Zyklenzahl unterschätzt

Wer den Speicher zusätzlich für Eigenverbrauch oder Arbitrage nutzt, fährt deutlich mehr Zyklen. Das erhöht den Ertrag, verkürzt aber die Lebensdauer der Zellen und muss in der Wirtschaftlichkeit stehen.

Peak-Anteil zu optimistisch

Nicht jede Kilowattstunde Kapazität steht für Spitzen bereit. Reserve für Alterung, Wirkungsgradverluste und eine Sicherheitsmarge senken den nutzbaren Anteil spürbar.

Betriebskosten vergessen

Wartung, Versicherung, Monitoring und die Verluste beim Laden und Entladen kosten jedes Jahr Geld. Eine Rechnung ohne diese Posten sieht besser aus, als sie ist.

Lastprofil nicht saisonal betrachtet

Ein Lastgang aus dem Frühjahr sagt wenig über den Kältebedarf im Juli oder die Heizlast im Januar. Wer nur einen Monat betrachtet, übersieht oft genau die Spitzen, die am Jahresende zählen.

Was stattdessen hilft

Wir simulieren Ihren Lastgang Viertelstunde für Viertelstunde mit verschiedenen Speichergrößen und Leistungsgrenzen. So sehen Sie, welche Auslegung wie viel Leistungspreis spart und ab wann mehr Kapazität nichts mehr bringt.

Unterlagen

Was wir für eine belastbare Aussage brauchen

Eine Simulation ist nur so gut wie ihre Datenbasis. Diese Unterlagen liegen meist schon vor oder lassen sich beim Netzbetreiber anfordern:

Lastgang in 15-Minuten-WertenIdealerweise über zwölf Monate, als CSV oder Excel. Ihr Netzbetreiber oder Messstellenbetreiber stellt die Daten auf Anfrage bereit.
Abrechnungen des NetzbetreibersDie letzten ein bis zwei Jahresabrechnungen zeigen die tatsächlich in Rechnung gestellte Höchstleistung und die Benutzungsstunden.
Aktueller LeistungspreisIn Euro pro Kilowatt und Jahr, aus dem Preisblatt Ihres Netzbetreibers. Er ist der Multiplikator für jedes gekappte Kilowatt.
VerbrauchsverhaltenSchichtzeiten, Produktionsplanung, saisonale Auslastung und geplante Veränderungen wie neue Anlagen, Wärmepumpen oder Ladeinfrastruktur.
Ehrlich gesagt
Wann sich ein Speicher nicht lohnt
Nicht jeder Lastgang gibt einen Speicher her. Wir sagen Ihnen das offen, bevor Sie investieren.
  • Ihre Lastspitzen sind selten und liegen nur wenige Kilowatt über der Grundlast. Dann ist der gekappte Leistungspreis zu gering, um die Investition zu tragen.
  • Ihre Grundlast ist bereits sehr gleichmäßig, etwa im Dreischichtbetrieb mit konstanter Produktion. Hier gibt es kaum Spitzen, die sich kappen lassen.
  • Ihre Spitzen dauern mehrere Stunden am Stück. Dafür bräuchte der Speicher eine Kapazität, die sich über den Leistungspreis allein nicht rechnet.
  • Ihr Leistungspreis liegt am unteren Ende der Marktspanne und es gibt weder PV-Anlage noch Notstrombedarf als weitere Ertragsquelle.
In solchen Fällen sind oft andere Maßnahmen wirksamer, etwa ein Lastmanagement, das Verbraucher zeitlich versetzt schaltet, oder eine Tarifoptimierung.
FAQ

Häufige Fragen

Was ist eine Lastspitze und warum kostet sie Geld?

Eine Lastspitze ist die höchste Leistung, die Ihr Betrieb innerhalb einer Viertelstunde aus dem Netz bezieht. Ab 100.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch stellt der Netzbetreiber diese Viertelstunde als Leistungspreis in Rechnung, meist für das gesamte Kalenderjahr. Eine einzelne Spitze legt damit die Netzkosten für zwölf Monate fest.

Ab wann lohnt sich Lastspitzenkappung mit einem Speicher?

Eine pauschale Grenze gibt es nicht. Entscheidend sind der Leistungspreis in Ihrem Netzgebiet, der Abstand zwischen Spitze und Grundlast und die Dauer der Spitzen. Kurze, hohe Spitzen bei einem hohen Leistungspreis sprechen für einen Speicher, lange Spitzen oder ein gleichmäßiges Profil eher dagegen.

Kann ich die nötige Speichergröße selbst überschlagen?

Faustregeln wie Spitze minus Grundlast mal eine Stunde liefern eine Zahl, aber selten die richtige. Kapazität und Leistung hängen davon ab, wie lange eine Spitze dauert, wie oft sie auftritt und wie viel Zeit zum Nachladen bleibt. Belastbar ist nur eine Simulation Ihres Lastgangs über ein ganzes Jahr.

Welche Unterlagen brauchen Sie für eine Simulation?

Den Lastgang in 15-Minuten-Werten über möglichst zwölf Monate, die letzten Jahresabrechnungen des Netzbetreibers und den aktuellen Leistungspreis aus dem Preisblatt. Hilfreich sind außerdem Angaben zu Schichtzeiten, großen Verbrauchern und geplanten Veränderungen im Betrieb.

Prüfen wir gemeinsam Ihren Lastgang

Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns Ihre Ausgangslage an und sagen Ihnen, ob eine Simulation sinnvoll ist. Rufen Sie uns an unter +49 771 16280 500 oder schreiben Sie uns über die Kontaktseite.